Auf einen Blick
- Termin
- Herbst-Tagundnachtgleiche, 22. oder 23. September
- Nächste Termine
- 2026: 23. September, 02:06 Uhr · 2027: 23. September, 08:01 Uhr
- Herkunft
- Name im Wicca-Kalender seit 1974, nach der walisischen Figur Mabon ap Modron
- Älteste Belege
- Erntefeste zur Herbstzeit seit dem Mittelalter; Festname 1974
- Im Jahresrad
- Herbst-Tagundnachtgleiche; Sonne bei 180°, Eintritt in die Waage
- Farben (modern)
- Braun, Orange, Weinrot
- Symbole
- Apfel, Traube, Erntekrone, Füllhorn, Waage
Termine werden aus der gemeinsamen Festdatenquelle von feder.ink berechnet (Zeitzone Europe/Berlin). Farben, Tarot- und Runenbezüge sind heutige Zuordnungen; die Abschnitte zu Herkunft und Quellen trennen sie vom historisch Belegten.
Datum und astronomischer Zeitpunkt
Mabon fällt auf die Herbst-Tagundnachtgleiche: Die Sonne überschreitet den Himmelsäquator nach Süden und erreicht 180° ekliptikaler Länge. Danach werden auf der Nordhalbkugel die Nächte länger als die Tage.
Das Datum schwankt zwischen dem 22. und 23. September. Im tropischen Tierkreis tritt die Sonne in diesem Augenblick in das Zeichen Waage.
| Jahr | Festtag | Zeitpunkt (Berlin) | Mond am Festtag |
|---|---|---|---|
| 2026 | Mittwoch, 23. September | 02:06 Uhr (00:06 UTC) | Zunehmender Mond, 89 % beleuchtet |
| 2027 | Donnerstag, 23. September | 08:01 Uhr (06:01 UTC) | Letztes Viertel, 50 % beleuchtet |
| 2028 | Freitag, 22. September | 13:45 Uhr (11:45 UTC) | Zunehmende Sichel, 19 % beleuchtet |
Alle Termine und Mondphasen im Mondkalender.
Herkunft und historische Quellen
Ein historisches Fest namens Mabon gibt es nicht. Aidan Kelly gab der Herbst-Tagundnachtgleiche 1974 diesen Namen nach Mabon ap Modron, „Sohn der Mutter“, einer Figur der walisischen Erzählung Culhwch ac Olwen. Dort wird Mabon als Gefangener befreit; mit dem Herbst hat die Erzählung keinen erkennbaren Zusammenhang.
Historisch belegt sind Erntefeste zum Abschluss der Ernte, in England Harvest Home genannt, deren Termin sich nach dem Wetter richtete. Der Michaelistag am 29. September war in vielen Ländern Zins- und Dienstbotentermin.
In Deutschland feiern die katholische und viele evangelische Gemeinden Erntedank am ersten Sonntag im Oktober. Die druidische Bezeichnung Alban Elfed geht auf die walisische Druidenbewegung um Iolo Morganwg (um 1800) zurück.
Bräuche
Zum Erntedank werden Kirchen mit Feldfrüchten geschmückt, und eine Erntekrone aus Getreide hängt im Altarraum oder auf dem Hof. Nach der letzten Fuhre gab es ein Festessen für alle, die bei der Ernte geholfen hatten.
Äpfel, Nüsse und Trauben werden eingelagert, Most gepresst und Marmelade gekocht.
Symbole und Farben
Apfel, Traube und Füllhorn stehen für die reiche Ernte, die Waage für das Gleichgewicht von Tag und Nacht. Fallendes Laub zeigt den Übergang in die dunkle Jahreshälfte.
Braun, Orange und Weinrot sind moderne Festfarben, angelehnt an Herbstlaub und Früchte.
Tarot, Runen und Mond
Die folgenden Bezüge sind Zuordnungen von feder.ink und heutiger Praxis; historische Quellen verbinden die Feste weder mit Tarotkarten noch mit Runen.
Tarot
Die Gerechtigkeit. Die Waage: Abwägen, Bilanz ziehen und Ausgleich schaffen.
Zehn der Münzen. Gesicherter Wohlstand, Familie und Vorrat für den Winter.
Runen
Gebo. Die Gabe: Dank und gegenseitiges Geben nach der Ernte.
Tiwaz. Recht und Ausgleich, passend zur Waage der Tagundnachtgleiche.
Mondphase
Der Vollmond, der der Herbst-Tagundnachtgleiche am nächsten liegt, heißt Erntemond. In diesen Wochen geht der Mond mehrere Abende hintereinander nur wenig später auf, sodass nach Sonnenuntergang lange Licht für die Feldarbeit blieb.
Der Mondkalender berechnet den Erntemond jedes Jahres; die Tabelle unten zeigt die Mondphase am Tag der Tagundnachtgleiche.
Moderne Praxis
In Wicca ist Mabon das zweite Erntefest und ein Fest des Dankes. Viele bereiten ein Mahl aus Herbstfrüchten, ziehen Bilanz über das Jahr oder spenden Lebensmittel.
Weil der Name jung ist, verwenden manche Gruppen lieber neutrale Bezeichnungen wie Herbst-Tagundnachtgleiche oder Erntefest.
Praktisch werden
Lege zwei Schalen nebeneinander: In die eine kommt ein Zettel mit dem, was dir dieses Jahr gelungen ist, in die andere einer mit dem, was du in den Winter nicht mitnehmen willst. Den zweiten Zettel kannst du verbrennen.
Schlagworte
Bilder
- Apfel
- Traube
- Erntekrone
- Füllhorn
- Waage
- Laub
- Most
- Vorratskeller
Themen
- Tagundnachtgleiche
- Zweite Ernte
- Erntedank
- Michaelis
- Erntemond
- Ausgleich
- Vorrat
- Bilanz
Fragen
- Dankbarkeit
- Abwägen
- Teilen
- Loslassen
- Ordnung
- Zufriedenheit
- Vorsorge
- Ruhe
Die Apfelkiste
Im Keller stehen drei Kisten Äpfel, mehr als die Familie essen kann. Ida schreibt einen Zettel für den Hausflur: „Bitte bedienen“.
Nach einer Woche ist die Kiste leer. Dafür hängen an der Tür ein Glas Quittengelee, eine Postkarte und eine Tüte Walnüsse.
Eine eigene Geschichte von Feder und Tinte.
Was belegt ist und was modern ist
Belegt sind Erntefeste und Erntedankgottesdienste zum Herbst, der Michaelistag als Termin des Wirtschaftsjahres, der Erntemond als Almanachbegriff und die Figur Mabon ap Modron in der walisischen Literatur.
Das Fest Mabon als solches ist eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts. Eine Verbindung der walisischen Figur mit der Tagundnachtgleiche ist nicht überliefert.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Wheel of the Year
Namensgebung „Mabon“ durch Aidan Kelly 1974.
- Wikipedia (englisch): Mabon ap Modron
Die Figur in Culhwch ac Olwen.
- Wikipedia (deutsch): Mabon
Deutschsprachiger Überblick.
- Wikipedia (deutsch): Erntedankfest
Termin und Brauch in Deutschland.
- Wikipedia (englisch): Aidan A. Kelly
Namensgeber von Ostara, Litha und Mabon.
- U.S. Naval Observatory: Earth’s Seasons
Astronomische Referenz für Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden; zur Prüfung der berechneten Zeitpunkte.
Redaktionsstand: 4. November 2026. Bräuche, moderne Praxis, Schlagworte, Erzählung und Impuls sind eigene Texte; die Erzählungen sind literarische Beispiele, keine historischen Zeugnisse. Die Quellen belegen die jeweils bezeichneten Sachaussagen. Zur Quellenbasis des Jahreskreises.