Auf einen Blick
- Termin
- 1. August (Vorabend am 31. Juli)
- Nächste Termine
- 2026: 1. August · 2027: 1. August
- Astronomischer Kreuzviertelpunkt
- 2026: 7. August, 13:43 Uhr · 2027: 7. August, 19:26 Uhr
- Herkunft
- Gälisches Irland (Lughnasadh) und angelsächsisches England (Lammas)
- Älteste Belege
- Mittelirische Texte; Angelsächsische Chronik
- Im Jahresrad
- Kreuzviertelfest zwischen Sommersonnenwende und Herbst-Tagundnachtgleiche
- Farben (modern)
- Gold, Weizengelb, Braun
- Symbole
- Brot, erste Garbe, Erntepuppe, Heidelbeeren, Sichel
- Tarot
- Der Magier, Sieben der Münzen
Termine werden aus der gemeinsamen Festdatenquelle von feder.ink berechnet (Zeitzone Europe/Berlin). Farben, Tarot- und Runenbezüge sind heutige Zuordnungen; die Abschnitte zu Herkunft und Quellen trennen sie vom historisch Belegten.
Datum und astronomischer Zeitpunkt
Lughnasadh und Lammas fallen auf den 1. August. Volksfeste wurden oft auf den letzten Sonntag im Juli oder den ersten im August gelegt.
Der astronomische Kreuzviertelpunkt bei 135° ekliptikaler Länge (15° Löwe) liegt um den 7. August.
| Jahr | Festtag | Kreuzviertelpunkt (Berlin) | Mond am Festtag |
|---|---|---|---|
| 2026 | Samstag, 1. August | 7. August, 13:43 Uhr · Sonne bei 135° | Abnehmender Mond, 92 % beleuchtet |
| 2027 | Sonntag, 1. August | 7. August, 19:26 Uhr · Sonne bei 135° | Abnehmende Sichel, 2 % beleuchtet |
| 2028 | Dienstag, 1. August | 7. August, 01:21 Uhr · Sonne bei 135° | Zunehmender Mond, 86 % beleuchtet |
Alle Termine und Mondphasen im Mondkalender.
Herkunft und historische Quellen
Der Name bedeutet „Versammlung des Lug“. Nach mittelalterlicher irischer Überlieferung stiftete der Gott Lug das Fest zu Ehren seiner Ziehmutter Tailtiu, die starb, nachdem sie die Ebenen Irlands für den Ackerbau gerodet hatte.
In Teltown (Grafschaft Meath) fand das Óenach Tailten statt, eine Versammlung mit Wettkämpfen, Pferderennen, Handel und Eheschließungen. Die Tochmarc Emire nennt den Termin Brón Trogaill, setzt ihn mit „Lammas-Tag“ gleich und nennt ihn den Beginn des Herbstes.
In England hieß der 1. August hlafmæsse, „Brotmesse“; die Angelsächsische Chronik nennt ihn häufig als Datum. Wahrscheinlich wurden an diesem Tag Brote aus dem ersten Weizen in der Kirche gesegnet.
Die Volkskundlerin Máire MacNeill sammelte in The Festival of Lughnasa (1962) zahlreiche Bergversammlungen, Erntebräuche und Märkte, die sie auf das alte Fest zurückführte.
Bräuche
In Irland stieg man Ende Juli auf Berge und Hügel, sammelte Heidelbeeren und feierte mit Musik und Tanz. Die Wallfahrt auf den Croagh Patrick am „Reek Sunday“, dem letzten Sonntag im Juli, setzt diese Tradition christlich fort. Die Puck Fair in Killorglin im August gilt als weiterer Nachfolger.
Aus der letzten oder ersten Garbe flocht man in vielen Gegenden Europas Erntepuppen, die bis zur nächsten Ernte im Haus blieben.
Symbole und Farben
Brot und Garbe stehen für den Ertrag der Arbeit, die Sichel für den Schnitt. Heidelbeeren und Hügelfeuer erinnern an die irischen Bergfeste.
Gold, Weizengelb und Braun sind moderne Festfarben, angelehnt an reifes Korn.
Tarot, Runen und Mond
Die folgenden Bezüge sind Zuordnungen von feder.ink und heutiger Praxis; historische Quellen verbinden die Feste weder mit Tarotkarten noch mit Runen.
Tarot
Der Magier. Lug trägt den Beinamen Samildánach, „in vielen Künsten bewandert“ – Können in allen Formen.
Sieben der Münzen. Innehalten vor der Ernte und prüfen, was gewachsen ist.
Runen
Jera. Das gute Jahr und die Ernte als Lohn geduldiger Arbeit.
Mannaz. Der Mensch in der Gemeinschaft: Versammlung, Spiel und Vertrag.
Mondphase
Für Lughnasadh ist kein Mondbezug überliefert; das Fest richtet sich nach dem Kalender und dem Stand der Ernte.
Die Mondphase am 1. August der kommenden Jahre zeigt die Tabelle unten.
Moderne Praxis
In Wicca ist Lughnasadh oder Lammas das erste von drei Erntefesten. Gefeiert wird mit selbst gebackenem Brot, Spielen und Dank für die Ernte; manche Gruppen erzählen vom Opfer des Korngottes.
Keltisch-rekonstruktionistische Gruppen feiern mit Wettkämpfen, Märkten und Bergwanderungen nach dem Vorbild der irischen Versammlungen.
Praktisch werden
Backe ein einfaches Brot und teile es mit jemandem, der dir in diesem Jahr geholfen hat. Schreibe drei Dinge auf, die du dieses Jahr gelernt oder gekonnt hast.
Schlagworte
Bilder
- Brot
- Garbe
- Sichel
- Erntepuppe
- Heidelbeere
- Hügel
- Markt
- Feuer
Themen
- Erste Ernte
- Lug
- Tailtiu
- Versammlung
- Wettkampf
- Brotsegen
- Handel
- Dank
Fragen
- Ertrag
- Können
- Fleiß
- Teilen
- Geduld
- Anerkennung
- Vertrauen
- Gemeinschaft
Das erste Brot
Das Mehl stammt vom Hof am Ortsrand, der dieses Jahr zum ersten Mal Dinkel angebaut hat. Tomas knetet den Teig zu lange, das Brot wird flach.
Er bringt es trotzdem zum Hoffest. Die Bäuerin schneidet ein Stück ab, kaut lange und sagt, nächstes Jahr bekomme er ein Kilo umsonst, wenn er das Rezept aufschreibt.
Eine eigene Geschichte von Feder und Tinte.
Was belegt ist und was modern ist
Belegt sind das irische Fest Lughnasadh mit seinen Versammlungen, die Überlieferung von Lug und Tailtiu, der angelsächsische Termin hlafmæsse und zahlreiche neuzeitliche Bergfeste in Irland.
Wie das Fest in vorchristlicher Zeit gefeiert wurde, rekonstruiert MacNeill aus späterem Brauchtum; einzelne Elemente wie Stieropfer und Tanzspiel bleiben Deutung. Das Opfer des Korngottes ist ein modernes Motiv nach James Frazer.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Lughnasadh
Lug und Tailtiu, Teltown, MacNeill, Reek Sunday.
- Wikipedia (deutsch): Lughnasadh
Deutschsprachiger Überblick.
- Wikipedia (englisch): Lammas
hlafmæsse und Angelsächsische Chronik.
- Wikipedia (englisch): Máire MacNeill
Volkskundlerin, Autorin von The Festival of Lughnasa (1962).
- Wikipedia (englisch): Puck Fair
Markt in Killorglin im August.
- Tochmarc Emire (Die Werbung um Emer), englische Übersetzung von Kuno Meyer, CELT
Mittelirische Erzählung; erklärt Samuin, Oimolc, Beltaine und Brón Trogaill als Jahresmarken und beschreibt die Beltaine-Feuer.
- Wikipedia (englisch): Cross-quarter day
Kreuzviertelpunkte zwischen Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen und ihre Verbindung mit den gälischen Festen.
Redaktionsstand: 4. November 2026. Bräuche, moderne Praxis, Schlagworte, Erzählung und Impuls sind eigene Texte; die Erzählungen sind literarische Beispiele, keine historischen Zeugnisse. Die Quellen belegen die jeweils bezeichneten Sachaussagen. Zur Quellenbasis des Jahreskreises.