Auf einen Blick
- Termin
- Sommersonnenwende, 20. oder 21. Juni
- Nächste Termine
- 2026: 21. Juni, 10:25 Uhr · 2027: 21. Juni, 16:11 Uhr
- Herkunft
- Name nach Beda (725); Mittsommerbräuche in ganz Europa
- Älteste Belege
- Beda: Monate Ærra Liða und Æfterra Liða; Festname Litha seit 1974
- Im Jahresrad
- Sommersonnenwende; Sonne bei 90°, Eintritt in den Krebs
- Farben (modern)
- Gold, Gelb, Grün
- Symbole
- Sonnenrad, Feuer, Johanniskraut, Blumenkranz, Eiche
Termine werden aus der gemeinsamen Festdatenquelle von feder.ink berechnet (Zeitzone Europe/Berlin). Farben, Tarot- und Runenbezüge sind heutige Zuordnungen; die Abschnitte zu Herkunft und Quellen trennen sie vom historisch Belegten.
Datum und astronomischer Zeitpunkt
An der Sommersonnenwende erreicht die Sonne 90° ekliptikaler Länge und ihren nördlichsten Stand. Auf der Nordhalbkugel ist der Tag am längsten; in Hamburg dauert er fast 17 Stunden.
Das Datum schwankt zwischen dem 20. und 21. Juni. Der volkstümliche Mittsommer wird dagegen oft am Johannistag, dem 24. Juni, oder am Wochenende danach gefeiert.
| Jahr | Festtag | Zeitpunkt (Berlin) | Mond am Festtag |
|---|---|---|---|
| 2026 | Sonntag, 21. Juni | 10:25 Uhr (08:25 UTC) | Erstes Viertel, 45 % beleuchtet |
| 2027 | Montag, 21. Juni | 16:11 Uhr (14:11 UTC) | Abnehmender Mond, 95 % beleuchtet |
| 2028 | Dienstag, 20. Juni | 22:02 Uhr (20:02 UTC) | Abnehmende Sichel, 7 % beleuchtet |
Alle Termine und Mondphasen im Mondkalender.
Herkunft und historische Quellen
Beda Venerabilis nennt 725 die altenglischen Monate Juni und Juli Ærra Liða und Æfterra Liða, „früherer“ und „späterer Liða“. Er deutet das Wort als „mild“ oder „schiffbar“, weil in diesen Monaten ruhige Winde wehen. Ein Fest dieses Namens überliefert er nicht.
Als Name der Sommersonnenwende im Wicca-Jahreskreis führte Aidan Kelly „Litha“ 1974 ein.
Gut belegt ist der christliche Johannistag am 24. Juni, der Geburtstag Johannes des Täufers, sechs Monate vor Weihnachten. Johannisfeuer sind seit dem Mittelalter bezeugt und wurden vielerorts zu Sonnwendfeuern.
Die Hauptachse von Stonehenge weist auf den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende und in Gegenrichtung auf den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende. Welche Feste dort in der Jungsteinzeit stattfanden, ist unbekannt.
Bräuche
Sonnwend- und Johannisfeuer brennen in vielen Regionen auf Bergen und an Ufern. Mancherorts rollte man brennende Räder ins Tal. Kräuter wie das Johanniskraut, das um diese Zeit blüht, wurden gesammelt und geweiht.
In Schweden ist Midsommar eines der wichtigsten Feste des Jahres: mit Blumenkränzen, Tanz um die Midsommarstange und Hering. In Lettland und Estland feiert man Jāņi und Jaanipäev mit Feuer und Gesang.
Symbole und Farben
Sonnenrad und Feuer stehen für die Sonne auf ihrem Höhepunkt. Blumenkränze, Johanniskraut und Eichenlaub zeigen die Fülle des Sommers.
Gold, Gelb und kräftiges Grün sind heutige Festfarben.
Tarot, Runen und Mond
Die folgenden Bezüge sind Zuordnungen von feder.ink und heutiger Praxis; historische Quellen verbinden die Feste weder mit Tarotkarten noch mit Runen.
Tarot
Die Sonne. Klarheit, Wärme und Freude am längsten Tag.
Die Kraft. Volle Lebenskraft, die sich ihrer Grenzen bewusst ist; ab jetzt nimmt das Licht ab.
Runen
Sowilo. Die Sonne selbst: Licht, Richtung und Gelingen.
Wunjo. Freude und Zugehörigkeit, wie sie Mittsommerfeste tragen.
Mondphase
Die Sommersonnenwende ist ein reines Sonnenereignis. Der Vollmond im Juni trägt in der nordamerikanisch-europäischen Almanachtradition den Namen Erdbeermond.
In hellen Juninächten steht der Vollmond tief am Himmel, weil er der hochstehenden Sommersonne gegenübersteht. Die Mondphase zur Sonnenwende steht in der Tabelle unten.
Moderne Praxis
In Wicca markiert Litha den Höhepunkt der Sonnenkraft. Ab jetzt werden die Tage kürzer; im Bild von Eichen- und Stechpalmenkönig übernimmt der dunkle König.
Druidische Orden nennen das Fest Alban Hefin. In Stonehenge versammeln sich jedes Jahr Tausende Menschen zum Sonnenaufgang; English Heritage öffnet den Steinkreis dafür.
Praktisch werden
Stehe am Morgen der Sonnenwende früh auf und sieh dir den Sonnenaufgang an; notiere, an welchem Punkt des Horizonts die Sonne erscheint. Wiederhole das zur Wintersonnenwende und vergleiche.
Schlagworte
Bilder
- Sonnenrad
- Feuer
- Johanniskraut
- Blumenkranz
- Eiche
- helle Nacht
- Steinkreis
- Tau
Themen
- Sonnenwende
- Mittsommer
- Johannistag
- Höhepunkt
- Fülle
- Kräuter
- Wende
- Licht
Fragen
- Freude
- Ausdruck
- Selbstvertrauen
- Großzügigkeit
- Wärme
- Feiern
- Dankbarkeit
- Maß
Die Nacht ohne Dunkelheit
Kurz nach Mitternacht sitzt Elin noch am Steg. Im Norden ist der Himmel hell geblieben, und das Wasser spiegelt ein blasses Orange.
Sie flicht aus sieben verschiedenen Blumen einen Kranz für unter das Kopfkissen. Ob sie träumt, wen sie heiratet, interessiert sie wenig. Sie will nur wissen, ob sie sieben Sorten findet.
Eine eigene Geschichte von Feder und Tinte.
Was belegt ist und was modern ist
Belegt sind Bedas Monatsnamen, die Ausrichtung von Stonehenge und Newgrange auf die Sonnenwenden sowie mittelalterliche und neuzeitliche Johannis- und Mittsommerbräuche.
Ein vorchristliches Fest namens Litha ist nicht bezeugt. Die Deutung der Johannisfeuer als ursprünglich heidnische Sonnenfeier stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist nicht im Einzelnen belegt.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Midsummer
Mittsommer in Europa, Stonehenge, Neuheidentum.
- Wikipedia (deutsch): Johannistag
Christliches Fest und Johannisfeuer.
- Wikipedia (deutsch): Sommersonnenwende
Astronomie und Brauchtum.
- Wikipedia (englisch): The Reckoning of Time
Beda Venerabilis, De temporum ratione (725), Kapitel 15 über die altenglischen Monatsnamen.
- Wikipedia (englisch): Wheel of the Year
Entstehung des achtteiligen Jahresrads in Wicca und Druidentum, Namensgebung durch Aidan Kelly 1974.
- U.S. Naval Observatory: Earth’s Seasons
Astronomische Referenz für Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden; zur Prüfung der berechneten Zeitpunkte.
Redaktionsstand: 4. November 2026. Bräuche, moderne Praxis, Schlagworte, Erzählung und Impuls sind eigene Texte; die Erzählungen sind literarische Beispiele, keine historischen Zeugnisse. Die Quellen belegen die jeweils bezeichneten Sachaussagen. Zur Quellenbasis des Jahreskreises.