Auf einen Blick
- Termin
- Frühlings-Tagundnachtgleiche, 19. bis 21. März
- Nächste Termine
- 2026: 20. März, 15:46 Uhr · 2027: 20. März, 21:25 Uhr
- Herkunft
- Name nach Beda (725) und Jacob Grimm (1835); Fest im 20. Jahrhundert
- Älteste Belege
- Beda: Monat Ēosturmōnaþ; Festname Ostara seit 1974
- Im Jahresrad
- Frühlings-Tagundnachtgleiche; Sonne bei 0°, Eintritt in den Widder
- Farben (modern)
- Hellgrün, Gelb, Pastelltöne
- Symbole
- Ei, Hase, Frühlingsblumen, Waage aus Tag und Nacht
- Tarot
- Die Mäßigkeit, Die Herrscherin
Termine werden aus der gemeinsamen Festdatenquelle von feder.ink berechnet (Zeitzone Europe/Berlin). Farben, Tarot- und Runenbezüge sind heutige Zuordnungen; die Abschnitte zu Herkunft und Quellen trennen sie vom historisch Belegten.
Datum und astronomischer Zeitpunkt
Ostara fällt auf die Frühlings-Tagundnachtgleiche: Die Sonne überschreitet den Himmelsäquator nach Norden und steht bei 0° ekliptikaler Länge, dem Frühlingspunkt.
Tag und Nacht sind an diesem Tag nur ungefähr gleich lang. Weil die Lufthülle das Sonnenlicht bricht und der Sonnenaufgang mit dem oberen Scheibenrand zählt, ist der Tag in Mitteleuropa schon einige Minuten länger als die Nacht.
| Jahr | Festtag | Zeitpunkt (Berlin) | Mond am Festtag |
|---|---|---|---|
| 2026 | Freitag, 20. März | 15:46 Uhr (14:46 UTC) | Zunehmende Sichel, 3 % beleuchtet |
| 2027 | Samstag, 20. März | 21:25 Uhr (20:25 UTC) | Zunehmender Mond, 95 % beleuchtet |
| 2028 | Montag, 20. März | 03:17 Uhr (02:17 UTC) | Abnehmende Sichel, 27 % beleuchtet |
Alle Termine und Mondphasen im Mondkalender.
Herkunft und historische Quellen
Beda Venerabilis berichtet 725, der April heiße bei den Angelsachsen Ēosturmōnaþ nach einer Göttin Ēostre, der man in diesem Monat Feste gefeiert habe. Eine weitere Quelle über diese Göttin gibt es nicht; ob Beda eine echte Überlieferung wiedergibt oder den Monatsnamen deutet, ist umstritten.
Jacob Grimm erschloss 1835 in der Deutschen Mythologie aus dem Wort Ostern eine althochdeutsche Göttin „Ostara“. Der Name ist eine gelehrte Rekonstruktion. Römerzeitliche Weihesteine an die Matronae Austriahenae aus dem Rheinland werden manchmal herangezogen; der Zusammenhang ist unsicher.
Als Name für das Fest der Tagundnachtgleiche führte Aidan Kelly „Ostara“ 1974 in den amerikanischen Wicca-Kalender ein.
Bräuche
Die bekannten Frühlingsbräuche stammen aus dem christlichen Osterfest: gefärbte Eier nach der Fastenzeit, Osterfeuer und Osterbrunnen. Der Osterhase ist 1682 in einer Heidelberger Abhandlung über Ostereier erstmals bezeugt.
Im Iran und in Zentralasien beginnt das Neujahrsfest Nowruz mit der Tagundnachtgleiche – ein eigenständiges, sehr altes Frühlingsfest.
Symbole und Farben
Das Ei steht für Leben in geschlossener Form, der Hase für Fruchtbarkeit und Schnelligkeit. Frühlingsblumen und frisches Grün zeigen das Wachstum, die Waage aus Tag und Nacht das kurze Gleichgewicht.
Hellgrün, Gelb und Pastelltöne sind moderne Festfarben.
Tarot, Runen und Mond
Die folgenden Bezüge sind Zuordnungen von feder.ink und heutiger Praxis; historische Quellen verbinden die Feste weder mit Tarotkarten noch mit Runen.
Tarot
Die Mäßigkeit. Ausgleich und Mischung: Tag und Nacht halten sich die Waage.
Die Herrscherin. Wachstum, Fülle und blühende Natur.
Runen
Berkana. Die Birke treibt früh aus; Neubeginn und Wachstum.
Ehwaz. Das Pferd: Zusammenspiel und gleicher Schritt zweier Kräfte.
Mondphase
Ostara ist mit dem Mond über Ostern verbunden: Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond ab dem kirchlichen Frühlingsbeginn am 21. März, berechnet nach kirchlicher Mondrechnung. Deshalb wandert Ostern zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Der Mondkalender zeigt Tagundnachtgleiche, Ostervollmond und Ostertermin nebeneinander.
Moderne Praxis
In Wicca feiert Ostara das Gleichgewicht der Kräfte und das Erwachen der Natur. Eier werden bemalt, Samen gesät, Altäre mit Blumen geschmückt.
Druidische Orden nennen das Fest Alban Eilir. Viele weltliche Feiern verbinden Frühjahrsputz, Gartenarbeit und Eierfärben.
Praktisch werden
Säe am Tag der Tagundnachtgleiche einige Kresse- oder Blumensamen in eine Schale. Schreibe zwei Spalten: was du ins Gleichgewicht bringen willst und was in diesem Jahr wachsen soll.
Schlagworte
Bilder
- Ei
- Hase
- Birkengrün
- Krokus
- Saat
- Waage
- Osterfeuer
- Brunnen
Themen
- Tagundnachtgleiche
- Frühlingspunkt
- Eostre
- Wachstum
- Fruchtbarkeit
- Ausgleich
- Ostern
- Nowruz
Fragen
- Gleichgewicht
- Aufbruch
- Säen
- Leichtigkeit
- Pflege
- Mut
- Vorfreude
- Ordnung
Die Kresse auf dem Fensterbrett
Lena sät am 20. März Kresse auf feuchte Watte, wie damals in der Grundschule. Ihr Sohn hält das für Zeitverschwendung.
Drei Tage später hat er die Schale zweimal gegossen und fragt beim Frühstück, ob man die Kresse schon aufs Brot legen darf.
Eine eigene Geschichte von Feder und Tinte.
Was belegt ist und was modern ist
Belegt sind Bedas Monatsname und seine kurze Notiz zu Ēostre, das Wort Ostern in den germanischen Sprachen und die christlichen Osterbräuche mit ihren Belegen ab der frühen Neuzeit.
Eine Göttin Ostara ist eine Rekonstruktion Jacob Grimms. Ein germanisches Fest zur Tagundnachtgleiche ist nicht bezeugt. Hase und Ei als „heidnische Symbole“ lassen sich historisch nicht belegen; die frühesten Zeugnisse sind christlich.
Quellen
- Wikipedia (englisch): Ēostre
Bedas Bericht, Grimm, Matronae Austriahenae und Forschungsdiskussion.
- Wikipedia (deutsch): Ostara
Deutschsprachiger Überblick.
- Wikipedia (englisch): The Reckoning of Time
Beda Venerabilis, De temporum ratione (725), Kapitel 15 über die altenglischen Monatsnamen.
- Wikipedia (deutsch): Osterhase
Erstbeleg 1682 und Brauchgeschichte.
- Wikipedia (englisch): Wheel of the Year
Entstehung des achtteiligen Jahresrads in Wicca und Druidentum, Namensgebung durch Aidan Kelly 1974.
- U.S. Naval Observatory: Earth’s Seasons
Astronomische Referenz für Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden; zur Prüfung der berechneten Zeitpunkte.
Redaktionsstand: 4. November 2026. Bräuche, moderne Praxis, Schlagworte, Erzählung und Impuls sind eigene Texte; die Erzählungen sind literarische Beispiele, keine historischen Zeugnisse. Die Quellen belegen die jeweils bezeichneten Sachaussagen. Zur Quellenbasis des Jahreskreises.