ASTROLOGIE

Häuser

Zwölf Lebensbereiche, in denen die Themen der Planeten Gestalt annehmen.

Häuser: eigene schematische Symboltafel

Was ein Haus ist

Ein Haus beschreibt einen Lebensbereich: Auftreten, Besitz, Alltag, Beziehung, Beruf und so weiter. Eine verbreitete moderne Faustregel lautet: Der Planet sagt, was wirkt, das Zeichen, wie es wirkt, und das Haus, wo es sich zeigt. Merkur im 10. Haus spricht dann über Beruf und Öffentlichkeit, Merkur im 4. Haus über Familie und Zuhause.

Häuser hängen von Geburtszeit und Geburtsort ab, weil sie vom Horizont aus gezählt werden. Der Tierkreis dreht sich an einem Tag einmal durch alle zwölf Häuser. Wer die Geburtszeit nicht kennt, kann Planeten in Zeichen deuten, aber keine Häuser.

Ganzzeichenhäuser auf feder.ink

feder.ink berechnet die Häuser im Ganzzeichensystem. Das Zeichen, in dem der Aszendent steht, ist vollständig das 1. Haus, das folgende Zeichen das 2. Haus und so weiter. Jedes Haus umfasst damit genau ein Zeichen von 0° bis 30°.

Das Ganzzeichensystem gehört zu den früh belegten Verfahren und war in der hellenistischen Astrologie verbreitet und ist in der indischen Astrologie bis heute üblich. In der westlichen Astrologie traten andere Systeme in den Vordergrund; seit den 1980er- und 1990er-Jahren gewann das Ganzzeichensystem durch die Beschäftigung mit antiken Quellen wieder an Bedeutung.

Zwei Folgen sind wichtig: Der Deszendent liegt immer im 7. Haus. Das Medium Coeli dagegen kann im 9., 10. oder 11. Haus liegen, in hohen Breiten auch weiter entfernt. feder.ink zeigt MC und IC deshalb als eigene Achsenpunkte neben den Häusern.

Andere Häusersysteme

Seit dem Mittelalter sind viele weitere Häusersysteme entstanden. Sie unterscheiden sich darin, ob sie den Tierkreis, den Raum oder die Zeit gleichmäßig teilen. Kein System ist astronomisch „richtig“; jedes beruht auf einer Festlegung. Wer Häuser deutet, sollte daher immer das verwendete System nennen.

HäusersystemWie geteilt wirdBezug zu AC und MC
GanzzeichenhäuserJedes Zeichen ist ein Haus; das Aszendentenzeichen ist das 1. Haus.AC liegt immer im 1., DC immer im 7. Haus; MC und IC können in verschiedenen Häusern liegen.
Äquale HäuserZwölf gleiche 30°-Abschnitte ab dem Aszendentengrad.AC ist Spitze des 1. Hauses; MC fällt meist nicht auf die Spitze des 10. Hauses.
PorphyriosJeder der vier Quadranten zwischen den Achsen wird in drei gleiche Teile geteilt.AC, IC, DC und MC sind Spitzen des 1., 4., 7. und 10. Hauses.
Placidus, Koch, RegiomontanusTeilungen nach Zeit oder Raum, astronomisch aufwendiger berechnet.Wie Porphyrios; die Zwischenspitzen liegen anders. In hohen Breiten können sehr ungleiche Häuser entstehen; Placidus und Koch sind jenseits der Polarkreise teilweise nicht berechenbar.

Das Placidus-System ist heute in vielen westlichen Programmen voreingestellt. Deshalb kann ein Planet bei feder.ink in einem anderen Haus stehen als in einer Placidus-Karte. Beide Angaben folgen ihrer jeweiligen Methode.

Eckhäuser, folgende und fallende Häuser

Traditionell werden die Häuser in drei Gruppen geteilt. Eckhäuser (1, 4, 7, 10) sind den vier Achsen zugeordnet und gelten traditionell als besonders betont. Im Ganzzeichensystem müssen MC und IC jedoch nicht im 10. und 4. Haus liegen. Folgende Häuser (2, 5, 8, 11) folgen auf ein Eckhaus. Fallende Häuser (3, 6, 9, 12) gehen dem nächsten Eckhaus voraus und gelten in alter Lesart als schwächer.

Hellenistische Autoren achteten zudem darauf, welche Häuser einen Aspekt zum 1. Haus bilden. Das 2., 6., 8. und 12. Haus bilden keinen der vier ptolemäischen Aspekte zum 1. Haus; sie „sehen“ den Aufgang nicht und galten als schwierigere Orte. Moderne Schulen haben diese Wertungen weitgehend aufgegeben und lesen jedes Haus als eigenen Lebensbereich.

Die sieben klassischen astrologischen Planeten, einschließlich Sonne und Mond, haben in der Überlieferung ein Haus ihrer „Freude“: Merkur im 1., Mond im 3., Venus im 5., Mars im 6., Sonne im 9., Jupiter im 11. und Saturn im 12. Haus.

Die zwölf Häuser

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Häuser

12 Porträts

Einordnung

Häuser sind nicht automatisch Zeichen. Viele moderne Lehrbücher setzen das 1. Haus in eine Analogie zum Widder, das 2. zum Stier und so weiter. Das hilft beim Lernen, vermischt aber zwei Ebenen: Das Zeichen beschreibt eine Ausdrucksweise, das Haus einen Lebensbereich, und die Zuordnung hängt vom Aszendenten und vom Häusersystem ab. Bei einem Widder-Aszendenten entsprechen die Ganzzeichenhäuser tatsächlich dieser Zeichenfolge.

Die spirituellen Lesarten gehören zu astrologischen Deutungstraditionen und eigener Symbolarbeit. Wissenschaftlich nachgewiesene persönliche oder magische Wirkungen werden damit nicht behauptet.

Quellen: Wikipedia · Haus (Astrologie); Wikipedia · House (astrology); Ptolemaios · Tetrabiblos, Buch I. Redaktionsstand: 4. November 2026.